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INNOVATION DURCH RETROSPEKTIVE | RESSOURCE PLATTENBAU
Nicht nur die Abwanderung von Ost nach West, sondern auch die Altersentwicklung sorgen dafür, dass nach Schätzungen der Landesbehörde für Statistik bis 2030 ca 400 000 Menschen weniger im äußeren Entwicklungsraum (Berlin, Brandenburg)geben wird. Das entspricht in etwa der Bevölkerung von Cottbus oder Frankfurt/Oder.
Es wird also ein erheblicher Leerstand entstehen, den vorraussichtlich niemand auffüllen wird. Denn nicht nur die jungen Menschen ziehen zum Arbeiten oder Studieren in die Stadt. Während die Wohnungen also im Umland nicht mehr genutzt werden, werden sie in der Stadt um so dringender benötigt.
Der Baubestand in den betroffenen Regionen wurde größtenteils in der Zeit der Massenproduktion, des Forderismus, errichtet. Um den damaligen Ansprüchen gerecht zu werden wurden beispielsweise in der DDR verschiedene Wohnbau-Systeme (WBS) entwickelt. Ab den 70er Jahren wurde dann fast ausschließlich nur noch das WBS70 System gebaut, welches noch heute ca. 42% des Plattenbestandes ausmacht.
Heutzutage gerät das WBS70 oft in die Schusslinie von zynischer Kritik. Ob es die schießschartigen Fassadenöffnungen sind, die schlecht, teilweise mit Asbest gedämmten Fassadenplatten, oder das die Gebäude schlicht und einfach hässlich sind. Allerdings ist es allseits bekannt, dass die Vorfertigung – und das am besten in Serie – zu einem sehr nachhaltigen Bauen führt. Die Grundidee ist also, auch wenn sie zu damaligen Zeiten aus einer anderen Motivation heraus enstand keine Schlechte.
Nun sollen diese, teilweise in übermütigen Dimensionen errichten Plattenbauareale schätzungsweise bis 2030 leerstehen. Das führt dazu, dass sie dort ,wo auch der Rückbau keinen Sinn mehr macht zwangsläufig abgerissen werden. Die graue Energie, die dabei verloren geht ist imens und man sollte sich über alternative Wiederverwendungsmethoden Gedanken machen.
Prof. Claus Assam hat gemeinsam mit dem iEMB (Instittute für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken e.V.) an der TU Berlin folgendes herrausgefunden:
Wenn man behutsam vorgeht , kann man die Innenwandscheiben, welche komplett Asbestfrei sind, so aus dem leerstehenden Plattenbau herrausschneiden, das man sie problemlos weiterverwenden kann. Nach dem Raster der WBS 70 entstehen so z.B. 3×6 Meter große Betonplatten die nach einer geringen Aufbereitung direkt vom Spendergebäude zur Baustelle des Neubaus gefahren werden können. Einfache Schnitte um die Platten auf beliebige längen zu verkürzen sind danach kein Problem. Sie werden letztendlich von einer einfachen Bolzentechnik zusammengehalten und mit einer diffusionsoffenen Innendämmung gedämmt.Fugen werden mit ultrahochverdichtenden Beton gefüllt.
Es ist also theoretisch möglich die Wohnungen die bald im Umland nicht mehr gebraucht werden einfach in der Stadt wieder aufzubauen. Zudem ist es ,im Vergleich mit einem Neubau aus dem Nichts, auch ökonomisch und ökologisch die nachhaltigere Lösung.
Dort greift der Entwurf ein und zeigt Möglichkeiten, wie man mit der Ressource Plattenbau in Zukunft umgehen kann, ohne sie in Schutt und Asche dem Erdboden gleich zu machen.
Um den Vorfertigungsgrad noch zu erweitern, entsteht ein Grundmodul und eine Nasszelle. (Abb. 3) Da die Platten nicht weiter als sechs Meter spannen, geben sie eine Raumgröße vor. So ergibt sich ein Raster das jede beliebige altbewehrte Gebäudeform annehmen kann, wie z.B. das Punkthaus, das Hofhaus, das Reihenhaus, etc. Es ist auch in der Lage abstrakt geformte Grundstücke zu füllen, zuletzt auch mit informellen Strukturen.
Auf Basis dieser Idee entsteht der gezeigte Entwurf,welcher als Grundriss und Fassadenstudie zu betrachten ist. Auch ein Einsatz in Minimalbaulücken ist denkbar, da schon mit wenig Platten und recht wenig Platz eine hohe Wohnqualität geschaffen werden kann, wie das die Studentenwohnungen in der fünften Etage verdeutlichen.
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